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Lisa Marie Steude


Das Objekt wird, innerhalb der Bedeutung durch den Zugriff auf Grundformen, so offen gelassen, dass es an die Sehgewohnheiten anknüpft und Raum für Assoziationen lässt. Es lässt Rückgriffe auf etwa Jurten oder antike Kuppeln, die im Scheitelpunkt eine Öffnung haben, zu. Umschlossen wird die tragende Holzkonstruktion von einem Schleier, der schützend umhüllt, die Umgebung zurücktreten lässt aber nicht verdeckt. Unterbrochen wird der Mantel durch eine Öffnung, die gleichzeitig als Ein- sowie Ausgang funktioniert. Die Seitenstreben der Konstruktion leiten den Blick nach oben und tragen im Höhepunkt einen Holzring, wobei der Eindruck eines Opaion ent- steht, durch welches die Kuppel gleichmäßig ausgeleuchtet wird.

Durch das Opaion fällt ein rotes Kabel mit einer Infrarot-Glühlampe. Das Kabel ragt von einem Stahlträger der Dachkontruktion herunter und schafft damit eine optische Verbindung zwischen Objekt und Raum, wobei auf das Potenzial des Raumes hingewiesen wird. Die Glühlampe versorgt die Rezipient:innen mit Licht und Wärme, wobei die rote Farbe zusätzlich den Eindruck von Wär- me unterstützt. Es stellt sich die Frage, was ein Mensch benötigt, damit sich das Gefühl von Hei- meligkeit in der großen, unbeheizten Halle einstellt. Der abgeschlossene, überschaubare Raum, der mit Licht und Wärme versorgt ist, schafft einen intimen Ort zum Verweilen. Das Linoleum auf dem Boden der Arbeit weist auf den Ausstellungsort hin, an dem Reste roten und blauen Linolu- ums zu finden sind.